Unser Köln
40 Jahre Frauengeschichtsverein Köln
Redaktion · 22.10.2026
Fotos: Irene Franken © Frauengeschichtsverein; © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Rathausturm Köln - Fygen Lutzenkirchen-5911, CC BY-SA 4.0
Seit vierzig Jahren engagiert sich der Frauengeschichtsverein, um Leben und Leistungen von Frauen – historische und zeitgenössische gleichermaßen – in der Stadtgeschichte zu erforschen und sichtbar zu machen. Darüber hinaus sollen in Köln lebende Frauen einen frauenbezogenen Zugang zu ihrer Stadt finden und ihre Vorfahrinnen kennenlernen, um ihr reiches Erbe anzutreten.
Eine der Gründerinnen ist die Historikerin Irene Franken, die bis heute im Vorstand aktiv ist. Als treibende Kraft des Vereins hat sie viel für die Wahrnehmung beeindruckender weiblicher Persönlichkeiten in der Stadtgeschichte getan. Dafür wurde Franken mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
Kölner Historikerin Irene Franken erhält Else-Falk-Preis 2026
Die Stadt Köln hat die Historikerin und Publizistin Irene Franken mit dem Else-Falk-Preis 2026 ausgezeichnet. Oberbürgermeister Torsten Burmester überreichte die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung am 2. Oktober im Historischen Rathaus. Franken wurde für ihr langjähriges Engagement für Frauengeschichte und Geschlechtergerechtigkeit geehrt – unter anderem als Mitgründerin des Kölner Frauengeschichtsvereins. Von 20 Nominierten hatte eine unabhängige Jury sie zur Preisträgerin gewählt. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 5000 Euro dotiert.
Irene Franken ist als Historikerin und Publizistin durch ihren Fokus auf Frauengeschichte über die Grenzen der Stadt bekannt. Zusammen mit Gwen Edith Kiesewalter gründete sie 1984 das Frauengeschichtsprojekt „Frau Dr. Faust meets Agrippina“, aus dem sich 1986 der Kölner Frauengeschichtsverein gründete. Seit dieser Zeit konzipiert sie Museumsführungen und Stadtexkursionen speziell für Frauen sowie zahlreiche Ausstellungen – unter anderem in Kooperation mit dem Anne-Frank-Haus Amsterdam, dem NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, dem Sozialdienst katholischer Frauen und dem Landschaftsverband Rheinland.
Führungen, Vorträge und viel Engagement
Über die Jahre sind es vor allem die Führungen des Vereins zu frauenspezifischen Themen in der Altstadt und in den Veedeln, die den Zugang zum weiblichen Teil der Kölner Historie öffnen. Dazu kommen Vorträge und Veranstaltungen, sowohl politisch wie kulturell, etwa die Teilnahme am Tag des offenen Denkmals, des Internationalen Frauentags oder dem Christopher Street Days (CSD). Ein besonderer Verdienst des Vereins ist es, historische Frauen wahrnehmbar im Stadtbild zu verankern. Ein erster Erfolg war die Umbenennung des ehemaligen Gässchens „Unter Seidmacher“ in „Seidmacherinnengässchen“ – eine Erinnerung an die europaweit in dieser Form einmalige Frauenzunft. Sechs weitere Straßen und Plätze wurden inzwischen nach bekannten Kölnerinnen benannt.
Dem gemeinsamen Bestreben des Kölner Frauengeschichtsvereins und der Stiftung Frauen*leben Köln verdankt sich ein Erinnerungsort für die Seidenmacherin Fygen Lutzenkirchen (ca. 1450–1515), der in die Liste der FrauenOrte NRW aufgenommen wurde. Die Gedenktafel dafür gibt es bereits, die Stele zur Anbringung am Cäcilienkloster 4 noch nicht. Seit 1992 steht die Skulptur der Seidenmacherin vom Kölner Bildhauer Wolfgang Reuter am Rathausturm, siehe Abbildung oben.
Wenig bekannt, aber genauso wichtig: die Sammlung von Dokumenten zur Geschichte der Frauenbewegung, der Lesben und der Migrantinnen in Köln. Beachtliche sechzig Regalmeter sind in den vierzig Jahren zusammengekommen: Broschüren, Flugblätter sowie Tondokumente, Interviews, Fotos und Objekte. Zahlreiche Videos mit „Zeitzeuginnen im Gespräch“ lassen sich hier oder bei Youtube abrufen. Sie geben Zeugnis einer lebendigen und streitbaren Frauenkultur in der Stadt.
KölnerLeben gratuliert dem Frauengeschichtsverein zu vierzig Jahren wertvoller Arbeit und wünscht weiterhin Neugier, Tatendrang und Beharrlichkeit, um Kölner Frauen ins verdiente Licht zu rücken.
Buchtipp

Buchcover
Zum Jubiläum hat der Verein sich und allen Interessierten mit einem Buch beschenkt. Vierzig Objekte aus dem Archiv erzählen Kölner Frauengeschichte seit 1900. Die einzelnen Erklärtexte gehen über das jeweilig Gezeigte hinaus und spiegeln gesellschaftliche, politische und kulturelle Veränderungen und weibliche Lebensrealitäten wider. Mut und Widerstand, Alltag und Visionen, Körper und Kunst, Biografie und Politik und vieles mehr versammelt dieser Bildband und macht ihn zur spannenden Lektüre über die Frauenbewegung Kölns – nicht nur für Frauen.
Objekte in Bewegung
Aus den Beständen des Kölner Frauengeschichtsvereins
Herausgeber: Kölner Frauengeschichtsverein
Weissmann Verlag
116 Seiten, Einband Taschenbuch
ISBN 978-3-949168-14-7
10 Euro
Informationen
Tel. 0221 / 24 82 65,
Höninger Weg 100a.
www.frauengeschichtsverein.de
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Tags: Buchtipp , Frauen , Frauengeschichtsverein , Jubiläum , Stadtgeschichte , Veranstaltungen , Verein
Kategorien: Kultur , Soziales , Unser Köln